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Paul
Watzlawick "Man
kann nicht nicht kommunizieren" |
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Paul Watzlawick ist der Begründer einer der wichtigsten
Theorien über menschliche bzw. soziale Kommunikation.
Kurzbiographie:
1921 geboren in Villach
1939 Matura am Bundesrealgymnasium Villach, Studium der Philologie und Philosophie
in Venedig, Ausbildung zum Psychotherapeuten am C.-G.-Jung Institut in Zürich
1957 Ruf an die Universität von El Salvador
1960 Forschung am Mental Research Institute in Palo Alto,
1976 Professor für Psychotherapie an der Stanford University. |
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Paul Watzlawick entwickelte eine Kommunikationstheorie,
die auf fünf Grundregeln (pragmatischen Axiomen) aufbaut.
Die Axiome bedingen Regeln für eine funktionierende Kommunikation:
Jede Störung von Kommunikation kann auf ein Handeln gegen
diese Axiome zurückgeführt werden.
1 Man kann nicht nicht kommunizieren
2 Jede Kommunikation hat einen Inhalts-
und einen Beziehungsaspekt
3 Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
4 Menschliche Kommunikation: Analoge und
digitale Modalitäten
5 Kommunikation ist symmetrisch oder
komplementär |
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1.
Man kann nicht nicht kommunizieren
" Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation [(nicht nur
mit Worten)] ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann,
kann man nicht nicht kommunizieren."
Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren
sie miteinander, da jedes Verhalten kommunikativen Charakter hat. Watzlawick
versteht Verhalten jeder Art als Kommunikation. Da Verhalten kein Gegenteil
hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich,
nicht zu kommunizieren.
Ein Beispiel wäre eine Frau im Wartezimmer eines Arztes, die nur
auf den Boden starrt. Zunächst könnte man annehmen, sie würde
nicht kommunizieren. Dennoch tut sie es, indem sie den anderen Wartenden
nonverbal mitteilt, dass sie keinerlei Kontakt möchte. Liegt eine
Störung vor, könnte folgende Situation beispielhaft sein:
Ein Flugpassagier (A) nimmt Kontakt zu seinem Nachbarn (B) auf, indem
er ihm z.B. eine Frage stellt. Nun hat (B) mehrere Möglichkeiten
zu reagieren.
1 Er kann das Gespräch abweisen
2 Er kann sich dem Gespräch stellen, es also annehmen
3 Er kann das, was (A) gesagt hat, entwerten
4 Er kann sich eine Ausrede einfallen lassen, nicht darüber reden
zu wollen bzw. sich schlafend stellen (-> Symptombildung) etc.
Es ist für (B) nicht einfach sich dieser Situation zu entziehen.
Trotzdem können (A) und (B) nicht nicht kommunizieren.
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2.
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
"Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart,
dass letzterer den ersten bestimmt und daher eine Metakommunikation ist". |
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Jede Kommunikation
enthält über die reine Sachinformation (Inhaltsaspekt) hinaus
einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben
will und wie er seine Beziehung zum Empfänger
sieht (Beziehungsaspekt). Der Inhaltsaspekt stellt das Was einer
Mitteilung dar, der Beziehungsaspekt sagt etwas darüber
aus, wie der Sender diese Mitteilung vom Empfänger
verstanden haben möchte. Der Beziehungsaspekt zeigt, welche emotionale
Beziehung von einem Kommunikationspartner gesetzt
wird. Daraus folgt, dass der Beziehungsaspekt bestimmt, wie
der Inhalt
zu interpretieren ist. Die Art der Beziehung zwischen zwei
Kommunikationspartnern ist für das gegenseitige Verständnis
von grundlegender Bedeutung.
Kommunikation gelingt, wenn auf beiden Ebenen und bei beiden Kommunikationspartnern Einigkeit über
den Inhalts- und Beziehungsaspekt herrscht.
Sie misslingt, wenn ein Kommunikationspartner unterschiedliche oder
gegensätzliche
Botschaften sendet, oder wenn der andere Kommunikationspartner eine
der beiden Aspekte anders interpretiert.
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Der Inhaltsaspekt übernimmt
die Aufgabe Informationen zu vermitteln. Der Beziehungsaspekt gibt
Aufschluss darüber, wie die Beziehung aufgefasst wird.
Es lassen sich also 2 Regeln festhalten: |
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- Information braucht Metainformation
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- Metainformation dominiert die Information
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Bezüglich
der Übertragung auf die Kommunikationssituation lässt
sich sagen, dass es keine rein informative Kommunikation gibt
und dass jede Äußerung eine Beziehungsaussage, wie
z.B. Neid, Wohlwollen etc. enthält. Ein Beispiel dafür
ist die Frage: "Sie haben aber eine schöne Perlenkette.
Ist die echt?"
Durch Gestik, Mimik und Tonfall des Sprechers, werden im Angesprochenen
verschiedene Reaktionen ausgelöst:
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- Bestätigung (die Aussage wird also
als Kompliment verstanden)
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- Verwerfung (die Aussage wird fallen gelassen,
da sie als negativ empfunden wurde)
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- Entwertung (der Sprecher und seine Aussage
werden entwertet)
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Ein Beispiel
einer komplexeren Situation wäre, wenn eine Person (P) "gezwungen" wird
ihre eigene Wahrnehmung zu bezweifeln. Dies könnte passieren,
wenn in einer Gruppe ein Film gezeigt wird, zu dem hinterher
Fragen gestellt werden. Sämtliche Mitglieder dieser Gruppen
bis auf (P) wurde vorher eingeweiht, es handle sich um ein Experiment
und es wurde ihnen eine falsche Antwort vorgeben. Wenn nun alle
die falsche Antwort gegeben haben, fängt (P) an an seiner
Wahrnehmung zu zweifeln, da (P) scheinbar der einzige ist, der
die "richtige" Lösung weiß, er aber davon
ausgeht, dass sich die Gruppe nicht irrt. Dann entsteht eine
Konfusion zwischen Inhalts- und Beziehungsaspekt.
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3.Kommunikation
ist immer Ursache und Wirkung
(Interpunktion von Ereignisfolgen)
" Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe
seitens der Partner bedingt."
Dies bedeutet, dass Sender und Empfänger den
Kommunikationsablauf unterschiedlich gliedern und so ihr eigenes Verhalten
oft nur als Reaktion auf das des anderen interpretieren, das heißt,
die Ursache für die eigene Reaktion wird dem anderen zugeschoben. Menschliche
Kommunikation ist aber nicht in Kausalketten auflösbar,
sie verläuft vielmehr kreisförmig. Niemand
kann genau angeben, wer beispielsweise bei einem Streit wirklich „angefangen
hat“. Anfänge werden nur subjektiv gesetzt als sogenannte „Interpunktionen“.
Den Ablauf, in dem Ursache und Wirkung ihre Stellung in der Kommunikation
verändern können, nennt man Interdependenz. Gelingende Kommunikation
findet statt, wenn beide Partner als Ursache und Wirkung die gleichen
Sachverhalte festlegen und Kommunikation als Regelkreis verstehen.
Sie misslingt, wenn die Partner an unterschiedlichen Punkten des Kommunikationsablaufes
einen Einschnitt vornehmen und jeweils für sich sagen: „Hier
hat es angefangen, das ist die Ursache.“
Auch hier lassen sich Regeln festhalten:
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- Jeder Teilnehmer einer Interaktion gibt der Beziehung eine
Strukt
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- Auf jeden Reiz folgt eine Reaktion (Verhaltenskette)
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- Jeder Reiz ist zugleich auch Kommunikation, da eine Kommunikation
kreisförmig verläuft, d.h. es gibt keinen Anfangspunkt.
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Beispielsweise
beschwert sich die Ehefrau, ihr Mann würde sich ständig
zurückziehen. Der Mann jedoch weist darauf hin, dass er
sich nur zurückziehe, weil seine Frau ständig an ihm
herumnörgelt. Die Frau nörgelt also und der Mann zieht
sich zurück. Weil er sich zurückzieht, nörgelt
sie. Man sieht, dass es sich um einen Teufelskreis handelt
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Liegt eine
Störung vor, nimmt einer der beiden Kommunikationspartner
an, dass der andere die gleichen
Informationen besäße wie er selbst. Durch diese subjektive
Wahrnehmung, passiert meistens dann auch genau das, was der gestörte
Kommunikationspartner prophezeit hat (Ursache-Wirkungs-Zusammenhang).
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Ein weiteres
Beispiel:
Schlechte Atmosphäre in einer Schulklasse, der Lehrer schimpft viel,
die Schüler sind lustlos.
Der Lehrer:"Weil ihr so apathisch und lustlos seid, muss ich viel
schimpfen."
Die Schüler/innen:"Weil er dauernd "rummeckert",
haben wir keine Lust mehr mitzumachen."
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4.
Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten |
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"Menschliche
Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten."
In der menschlichen Kommunikation existieren zwei Möglichkeiten
Objekte darzustellen:
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Zum einen kann man sie durch die
Analogie (z.B. eine Zeichnung) ausdrücken oder man gibt dem
Objekt einen Namen. Diese beiden Variantenentsprechen digitaler
und analoger Kommunikation. |
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- Digital: Inhaltsaspekt
einer Nachricht, es wird komplexes Wissen übermittelt
und logische Verknüpfungen und Negationen lassen sich
ausdrücken
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- Analog: Beziehungsaspekt
einer Nachricht, wesentlich älter, fast kulturabhängig
zu verstehen
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Nicht
nur das gesprochene Wort (in der Regel digitale
Kommunikation), sondern auch die nonverbalen Äußerungen (z. B. Lächeln,
Wegblicken,...) teilen etwas mit.
Mit analogen Elementen wird häufig die Beziehungsebene vermittelt,
mit digitalen die Inhaltsebene. Gelingende Kommunikation
findet statt bei Übereinstimmung zwischen analoger und digitaler
Botschaft und wenn die Kommunikationspartner beide Teile der Botschaft
in gleicher Weise interpretieren. Kommunikation misslingt bei Nichtübereinstimmung
oder bei Unklarheiten einer der beiden Botschaften oder dann, wenn
eine oder beide Botschaften unterschiedlich interpretiert werden. Wenn
die analoge und die digitale Aussage übereinstimmen, ist die Botschaft
kongruent. Besondere Probleme entstehen dadurch, dass beide Ebenen
immer auch mehrdeutig sind, bzw. beide Ebenen vom Kommunikationspartner
interpretiert werden müssen.
Die analoge Kommunikation ist in der Regel mehrdeutig und durch die
dadurch mögliche Fehlinterpretation können Konflikte zwischen
den Kommunikationspartnern entstehen.
Watzlawick erinnert daran, dass es Tränen des Schmerzes und der
Freude gibt, dass ein Lächeln Sympathie oder Verachtung ausdrücken
kann.
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5.
Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär |
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"Zwischenmenschliche
Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär,
je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichgewicht
oder Unterschiedlichkeit beruht."
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Beziehung
zwischen Partnern basieren entweder auf Gleichheit oder
auf Unterschiedlichkeit. In komplementären Beziehungen
ergänzen sich unterschiedliche Verhaltensweisen und bestimmen
den Interaktionsprozess. Eine symmetrische Beziehungsform meint,
dass die Beziehung Ungleichheiten vermindern will (Streben nach
Gleichheit). Bei komplementären Beziehungen ist die Grundlage
die Unterschiedlichkeit der Partner, einer ist primär, der
andere sekundär.
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Sind die Kommunikationsabläufe symmetrisch,
so handelt es sich um 2 gleichstarke Partner, die nach Gleichheit
und Verminderung von Unterschieden streben. Man könnte
es auch ein "spiegelbildliches Verhalten" der Partner
nennen.
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- Sind die Abläufe komplementär gibt es immer einen "superioren" und
einen "inferioren" Partner. Die Partner ergänzen
sich in ihrem Verhalten.
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Eine Störung
liegt dann vor, wenn es zu einer symmetrischen Eskalation kommt,
d.h. die Partner versuchen sich gegenseitig "auszustechen".
Eine sehr starre Komplementarität findet man in Mutter-Tochter-Beziehungen.
Die Individuen in der Mutter-Tochter-Beziehung sind unterschiedlich,
auch hier gibt es einen primären und einen sekundären
Partner. Diese Beziehung ist allerdings auf gesellschaftlichem
und kulturellen Kontext zu sehen, es geht nicht darum sie mit "stark-schwach", "gut-schlecht" etc.
zu verknüpfen, denn der eine Partner drängt den anderen
nicht in seine Stellung, sondern sie stehen in einem Wechselverhältnis,
sie ergänzen sich gegenseitig. Das Verhalten des einen Partners
bedingt das des Anderen und umgekehrt.
Daraus entstehen häufig paradoxe Handlungsaufforderungen. Entweder
es kommt zu sogenannten "Doppelten Botschaften" ( z.B. nonverbal
etwas anderes ausdrücken als man sagt) oder zu paradoxen Voraussagen.
Ein Beispiel: (A) bekommt einen roten und grünen Pullover von
(B) geschenkt. Er zieht den roten an. (B) unterstellt, dass ihm der
grüne dann ja nicht zu gefallen schien. Hätte (A) den grünen
zuerst angezogen, wäre das selbe passiert. Egal was (A) gemacht
hätte, wäre falsch gewesen.
Diese Situationen entstehen dann, wenn zu viele Probleme da sind, diese
nicht gelöst werden können oder die Lösung das Problem
selbst ist. (Wenn die Lösung selbst das Problem darstellt, verschlimmert
sich die Lage, wenn keine oder eine falsche Lösung versucht wird
bzw. wenn mehr von der falschen Lösung probiert wird.) Hierbei
sind Paradoxien, Verleugnung oder eine Utopievorstellung unangemessene
Lösungsversuche.
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- Verleugnen bedeutet, dass das Bestehen von Problemen verleugnet
wird, diejenigen, die auf das Problem hinweisen, werden entwertet.
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- Werden unmögliche Lösungen für möglich
gehalten, handelt es sich um das Utopiesyndrom. Der Betreffende
schiebt alles auf die eigene Unzulänglichkeit, nicht
aber auf die Unerreichbarkeit des Ziels. Dabei werden bewährte
Lösungen nicht aufgegriffen und es kommt zu Pseudoproblemen.
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Der Kritik, dass die Axiome unbewiesene Theorie
sind, greift Watzlawick vor, indem er klarstellt: "Die Regeln
der menschlichen Kommunikation "erklären" nichts,
sie sind vielmehr evident durch ihr Sosein, sind ihre eigene
beste Erklärung."
(Watzlawick (1987), S. 44)
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Watzlawick
formulierte 4 Schritte zur Problemlösung: |
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- Zunächst muss das Problem definiert werden. Hierbei
muss zwischen echten und Pseudoproblemen natürlich unterschieden
werden.
- Der zweite Schritt ist, die bisherigen Lösungsversuche
zu untersuchen und zu sehen, ob die Probleme nicht durch Fehllösung
entstanden sind.
- Darauf folgt die Formulierung von Zielen bzw. Lösungen.
In diesem Schritt sollte man Utopien und vage Lösungen
natürlich nicht berücksichtigen.
- Zu guter Letzt werden die Planungen durchgeführt.
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Deutschsprachige
Veröffentlichungen:
1969 Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien
(mit Janet
Beavin und Don Jackson)
1974 Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels (mit
John Weakland und Richard
Fisch)
1976 Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn - Täuschung - Verstehen
1977 Die Möglichkeit des Andersseins
1978 Gebrauchsanweisung für Amerika. Ein respektloses Reisebrevier
1981 Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen
glauben?
1983 Anleitung zum Unglücklichsein
1986 Vom Schlechten des Guten
1987 Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn Täuschung Verstehen.
1988 Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit. Ein Gespräch über
den Konstruktivismus
1991 Das Auge des Beobachters (mit P. Krieg)
1992 Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns
1992 Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels
1992 Paul Münchhausens Zopf oder Psychotherapie und "Wirklichkeit"
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Vita |
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Nach Erlangen der Matura 1939 in Villach studierte er Philologie
und Philosophie an der Universität Venedig. Nach Abschluss
promovierte er 1949 im Fach Philosophie. Anschließend
absolvierte er eine Ausbildung in Psychotherapie am C.-G.-Jung-Institut
in Zürich, die er 1954 mit dem Analytikerdiplom abschloss.
1957 erhielt er einen Ruf an die Universität von El Salvador,
San Salvador. Den Lehrstuhl für Psychotherapie hatte er bis
1960 inne. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit als Professor für
Psychotherapie waren Kommunikationsprozesse und die systemische Familientherapie.
Im Jahr 1960 holte ihn Don D. Jackson ins kalifornische Palo Alto,
wo Watzlawick fortan als Forscher am Mental Research Institute tätig
war. Maßgeblich entwickelte er mit Gregory Bateson und weiteren
Kollegen die Doppelbindungstheorie. 1967 erhielt Watzlawick einen
Lehrauftrag im Fachbereich Psychiatrie der Stanford University. Watzlawick
leistete bedeutende Beiträge zum radikalen Konstruktivismus.
Ebenso lieferte er zusammen mit J. H. Beavin und Don D. Jackson vielbeachtete Überlegungen
zur Theoriebildung über Kommunikation.
Die praktischen Erfahrungen, die Watzlawick zur Formulierung seiner
Kommunikationstheorie veranlassten, gewann er bei der Erforschung
der Kommunikation schizophrener Patienten, die zumeist als Mitglieder
von normalen oder psychotisch gestörten Familien unter klinischer
Beobachtung standen bzw. in therapeutischer Behandlung waren.
Weitaus spannender als dieser populär-essayistische Band, in
dem Watzlawick mit augenzwinkerndem Humor aus seinem Erfahrungsschatz
als Psychoanalytiker und Familientherapeut plaudert, sind seine Beiträge
zum sog. »Radikalen Konstruktivismus«.
Zusammen mit Ernst von Glasersfeld und Heinz
von Foerster gilt er als dessen Hauptvertreter. Aufbauend
auf Thesen von J. Piaget wird innerhalb dieses theoretischen Entwurfs Wirklichkeit
als originäre schöpferische Leistung des erkennenden Subjekts aufgefasst.
Für eine soziologische Analyse des (wissenschaftlichen) Erkennens
sind die sich daraus ergebenden Konsequenzen natürlich hochinteressant:
denn wenn jede Behauptung einer (meßbaren?) Realität als
Ergebnis eines konstitutiven Akts des erkennenden Subjekts anzusehen
ist, dann ist (wissenschaftliche) Realität [=Wirklichkeit] auch
je anders möglich.
Mit anderen Worten: der radikale Konstruktivismus illustriert
die Relativität allen Erkennens und somit auch
den kontingenten Charakter von Wissen und Wissenschaft. Auch kann
man ohne Zweifel behaupten, daß die Wissenssoziologie ohne
die Arbeiten Paul Watzlawicks sicher ärmer wäre, denn obwohl
er sich kaum je dezidiert in deren Debatten eingeschaltet hat, so
verdanken große Studien, wie bspw. Karin Knorr-Cetinas "Fabrikation
der Erkenntnis", dem Werk Watzlawicks sicher einige Impulse.
Und auch für die Analyse des wissenschaftlichen Forschungsprozesses
zu Beginn des 21. Jahrhunderts halten die Arbeiten Watzlawicks mit
Gewißheit immer noch vielfältige Anregungen bereit:
Wenn wir nach langem
Suchen und peinlicher Ungewissheit uns endlich
einen bestimmten Sachverhalt
erklären zu können glauben, kann unser
darin investierter emotionaler Einsatz so groß sein,
dass wir es vorziehen, unleugbare Tatsachen,
die unserer Erfahrung widersprechen, für
unwahr oder unwirklich zu erklären, statt
unsere Erklärung diesen Tatsachen anzupassen.
(Watzlawick, Paul (1976): Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn,
Täuschung, Verstehen.S. 66 )
Ließe sich die Tendenz, unliebsame Forschungsergebnisse auszublenden
oder gar zu leugnen, besser verständlich machen als in diesem
knappen Zitat?
Und schließlich sei noch ein weiterer Aspekt genannt, der sich
zwingend aus dem Theorieprogramm des radikalen Konstruktivismus ergibt:
nämlich die Beobachterabhängigkeit und Relativität
von Erkenntnis/Wirklichkeit, die es unmöglich macht, für
die eigene Wirklichkeitsinterpretation und Lesart eine höhere
Autorität zu reklamieren. Oder wie es Watzlawick selbst formulierte:
Aus der Idee des Konstruktivismus ergeben sich zwei Konsequenzen:
Erstens die Toleranz für die Wirklichkeiten anderer - denn dann
haben die Wirklichkeiten anderer genauso viel Berechtigung wie meine
eigene. Zweitens ein Gefühl der absoluten Verantwortlichkeit.
Denn wenn ich glaube, daß ich meine eigene Wirklichkeit herstelle,
bin ich für diese Wirklichkeit verantwortlich, kann ich sie
nicht jemandem anderen in die Schuhe schieben.
(Watzlawick, Paul (1982): Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit.
Ein Gespräch über den Konstruktivismus. München, S.
31)
Glasersfeld vertritt die Annahme,
„...dass alles Wissen, wie immer
man es auch definieren mag, nur in den Köpfen von Menschen existiert,
und dass das denkende Subjekt sein Wissen nur auf der Grundlage seiner
Erfahrung
konstruieren kann."
Watzlawick starb nach Angaben seiner Familie am 31. März 2007
in seiner Wahlheimat Palo Alto an einer schweren Krankheit.
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