"Was lange gärt, wird endlich Wut."
Hanns-Hermann Kersten

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  Stockkampf-Training
 

Der Stockkampf ist eine Form des Modern Arnis, einer effektiven Selbstverteidigungsmethode. Seinen Ursprung hat das Modern Arnis, verwandt mit anderen Stockkampfkünsten wie Kali und Esgrima, auf den Philippinen. Es wurden von den Einheimischen entwickelt, nachdem ihnen die spanischen Eroberer den Gebrauch und das Tragen des Schwertes untersagt hatten. In den traditionelleren Formen wie Kali und Esgrima ist den Bewegungsformen und –regeln noch deutlich anzumerken, dass es sich bei dem Stock eigentlich um ein Schwert handelt. Das Modern Arnis hingegen behandelt den Stock wie einen Stock, es ist einfach und effektiv und erlaubt neben dem Stock auch Alltagsgegenstände wie Schlüssel, Zeitung, Kugelschreiber oder Schuhe als Waffe einzusetzen.

 
Die allerbeste Waffe ist es, einen Konflikt gar nicht erst bis zur Gewaltanwendung eskalieren zu lassen. Besser ist es, seine Aggressionen kontrollieren zu lernen oder potenziellen Aggressoren aus dem Weg zu gehen.

Das Trainieren einer Kampfkunst, gleich welchen Ursprungs, lehrt immer auch den Umgang mit Aggressionen. Im Training wird man damit zwangsläufig konfrontiert, die Trainingspartner halten einem den Spiegel vor.
Möglicherweise entdeckt man, dass es richtig Spass macht, sich zu raufen oder zu schlagen. Das kann mit Erschrecken oder mit Freude wahrgenommen werden.
Oder man entdeckt an sich die hilflose Angst vor einem Angriff, die einen wie gelähmt dastehen lässt. Diese Angst aufzulösen ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer selbstbewussten Selbstverteidigung.
Auch gibt es Menschen, die von sich behaupten, niemals zur Waffe greifen zu wollen oder zu können. Dies ist genauso eine Blockade gegenüber der Aggression wie die Angst. Wer sich seiner angeborenen Aggression nicht bewusst ist oder sie verleugnet, wird im Ernstfall hinterrücks von ihr überrascht. "Aber er war doch immer so ein lieber Mensch...!"
   
  Umgang mit Aggression und negativen Gefühlen
 
Nicht wenige Menschen haben in aller Regel Probleme mit dem adäquaten Umgang mit der eigenen Aggression und negativen Gefühlen wie Wut, Hass und Neid. Und es gibt dabei Menschen die behaupten sogar von sich, aggressives Verhalten in jeder Form zu verachten. Sie gehen davon aus, dass sie selber solche starke Gefühle wie Hass und Aggressionen gar nicht haben. Doch zeigt die Praxis immer wieder, dass es sich dabei um ein Verdrängen eigener aggressiver Persönlichkeitsanteile geht.
 

Die Arbeit z.B. mit Betroffenen von Depressionen und Burnout zeigt oft, dass diese Menschen die natürliche Aggression zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung nicht leben und stattdessen die Aggression unbewusst nach innen gegen sich selber richten. Anstatt adäquat zu handeln kommt es zu Rückzug, Resignation und Depression. Wer sich nicht wehrt, den "prügelt" das Leben...
Diese Menschen fühlen sich als Opfer der Gesellschaft, der Umstände, der Arbeitssituation, des Partners... etc. Ohnmacht ist dabei das vorherrschende Gefühl.

   
  Aggression als Selbsterhaltungstrieb
 
Wenn wir von Aggression reden, müssen wir zwischen zwei Formen unterscheiden:
  • Die Selbsterhaltungsaggression betrifft angeborene Verhaltensweisen, wie sie sich durch Selektion in der Evolution herausgebildet haben. Sie dienen der Selbst- und Revierverteidigung, der Fortpflanzung, der Nahrungsaufnahme, der Lust-Freude-Beschaffung, der Ermittlung der Rangposition und der eigenen Grenzen sowie dem Erreichen und Erhalten von Sicherheit, Selbstwertgefühl und des Selbststolzes (sog. gesunder Narzissmus). Diese Form der Aggression dient im evolutiven Prozess dazu, die Lebensressourcen zu erhalten und zu erweitern.
  • Die destruktive Aggression dagegen betrifft schädigendes Verhalten mit dem Zweck, durch Leidzufügung materiellen Gewinn, soziale Anerkennung und Macht, innere Befriedigung oder Stimulation zu erzielen. Dabei ist langfristig ein evolutiver Sinn nicht erkennbar.
Unser Anliegen ist es, Menschen diese notwendige Selbsterhaltungsaggression in sich selber – vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben - spüren zu lassen. Bei uns lernen Betroffene z.B. durch das Üben mit Bambusstöcken den bewussten Einsatz von aggressivem Verhalten zum Selbstschutz.
   
 "Ich kann keiner Fliege etwas antun"  
Wer sich nicht wehrt... ...den prügelt... ...das Leben.

 

Es kann ebenfalls passieren, dass man richtig wütend wird, wenn man angegriffen wird und es mit der Verteidigung nicht auf Anhieb perfekt klappt. Aus der unkontrollierten Wut heraus wird man nicht in der Lage sein, adäquat zu reagieren. Wichtig ist dann zu lernen, Ruhe zu bewahren und nicht hektisch zu agieren.

     
 "Blinde Wut"    
Unkontrollierte Wut ... ...macht blind ... ...und zerstörerisch.

 
Das Training macht die Reaktionsmuster bewusst und ermöglicht es, sie zu bearbeiten und zu modifizieren. Ziel ist eine adäquate Verteidigung – nicht zu viel und nicht zu wenig. Das gibt Selbstsicherheit und Selbstvertrauen.
Wer sein Territorium mit einem Minimum an Aufwand erfolgreich verteidigen kann, der kann sich auch im echten Leben besser behaupten. Wichtig ist, zu erkennen, wie stark man worauf reagieren muss – wozu Energie verschwenden, wenn´s auch einfach geht? Natürlich ist man gezwungen, Energie aufzuwenden, wenn man sich verteidigen will. Aber meistens ist das viel weniger, als man meint gebrauchen zu müssen.
Um erkennen zu können, wie stark man reagieren muss, benötigt man Klarheit und Ruhe. Beides kann man hervorragend mit Ch’i Kung (oder auch Qigong) trainieren und beim Tuishou, dem angewandten T’ai Chi praktizieren.
     
 Angepasste Abwehr    
Ein Angriff wird mit... ...einer adäquaten Reaktion... ...selbstsicher abgewehrt.

 
 
 
 
 
 
Königs-Training  -  praktisch anwendbare Menschenkenntnis & Persönlichkeitsschulung      Marcel Eschbach